Tipps für RTF-Einsteiger

Wer erstmals als Zuschauer den Massenstart einer RTF erlebt oder zufällig beim Sonntagsausflug in eine große Gruppe Radler gerät, die in bunten Trikots mit Startnummern auf dem Rücken und oft auf teuren Rennmaschinen die Landstraßen bevölkern, verspürt leicht eine gewisse Schwellenangst, die ihn/sie daran hindert, selbst diese Art von Freizeitgestaltung aktiv kennenzulernen.

Ich selbst benötigte auch erst einen kleinen Anstoß, um das Wagnis einzugehen, mich unter dieses bunte Volk zu mischen. Du musst nicht Mitglied in einem Radsportverein sein, um teilnehmen zu können, aber eine Vereinsmitgliedschaft erleichtert vieles.

Nicht zuletzt ist das Startgeld geringer. Mittlerweile habe ich drei aktive Jahre hinter mir und bereue es nicht, Mitglied in einem Radsportverein geworden zu sein.

Hier meine Erkenntnisse, die dazu beitragen sollen, Neugierigen über die Türschwelle zu helfen.

Wie du zum Radtourenfahren kommst

Das Schöne an der Radtouristik ist, dass sie eine Breiten- und keine Leistungssportart ist. Es gibt keine Sieger und (in der Regel) keine Preise. Ärzte und Krankenkassen empfehlen das Radfahren sogar als gesunden Ausdauersport. er will, kann versuchen, seine körperlichen Leistungsgrenzen auszutesten und zu erweitern. Manche streben das Fahren in Gesellschaft an, andere genießen den Anblick bisher unbekannter Landschaften, wieder andere wollen ihre Fitness erhalten oder steigern und manche trainieren ihr Leistungsvermögen für einen angestrebten Umstieg ins Radrennen oder ins engagierte Mountainbiking. Suche dir ein passendes Motiv aus.

Wie es gemacht wird

Die Termine aller RTFs eines Jahres werden in Breitensport-Kalender veröffentlicht (er liegt in vielen Radgeschäften aus und kann von den Radsport-Landesverbänden bezogen werden. Deren Adressen findest du z.B. bei (www.radsport-sh.de). Fachzeitschriften (z.B. "Tour", "Bike" und "aktiv Radfahren")veröffentlichen Terminlisten. Radsportvereine mit eigener Website geben die Termine der RTFs üblicherweise auch hier an. In aller Regel kann davon ausgegangen werden, dass diese Termine eingehalten werden. Lediglich Katastrophen und Behördenverbote sorgen in Einzelfällen für Ausnahmen. Im Zweifelsfall solltest du vorher beim veranstaltenden Verein anrufen (siehe Breitensport-Kalender oder Internet).

Teilnehmen können außer Vereinsmitgliedern auch alle sonstigen Fahrerinnen und Fahrer mit einemverkehrs sicheren und geeigneten Rad, die sich zutrauen, mindestens 40 km durchzuhalten. Der Anmeldung geschieht kurz vor dem Start. Eine vorherige schriftliche Anmeldung ist nur bei den Marathonstrecken üblich.

Die Teilnahme kostet in Schleswig-Holstein und Hamburg 5 € pro Fahrer mit einer Jahres-Wertungskarte. Personen ohne Wertungskarte zahlen jedoch ein etwas höheres Startgeld von 10 €. Die Startzeit ist meist zwischen 9 und 11 Uhr. Die Vereine sorgen in der Regel für eine Markierung der Anfahrtwege von den Haupt-Einfallstraßen und von der nächstgelegenen Bahnstation aus. Start und Ziel sind fast immer Schulen und Sportanlagen; für Parkplätze sowie Umzieh- und Duschmöglichkeiten ist somit gesorgt. Für die Anmeldung und sonstige Startvorbereitungen müssen etwa 20-45 Minuten eingeplant werden.

Die Verpflegung während der Veranstaltung (Bananen, Äpfel, Müsliriegel, Brote und Energiegetränke) wird von den veranstaltenden Vereinen gestellt, der Preis ist im Startgeld enthalten. Etwa alle 25 bis 40 km sind Kontrollstellen eingerichtet, an denen die ausgegebenen Kontrollkarten gestempelt und Verpflegung bereitgestellt wird. Es ist sinnvoll, bereits zum Start die Trinkflasche zu füllen und etwas Essbares in die Trikottaschen zu stecken, denn Hunger und Durst melden sich manchmal schon vor der ersten Kontrolle.

Nach der Veranstaltung besteht oft die Möglichkeit, sich (gegen Entgelt) mit Kaffee und Kuchen oder Grillwürstchen für die vollbrachte Anstrengung zu belohnen und noch mit anderen Teilnehmern in geselligen Kontakt zu kommen und über die Erlebnisse während der Fahrt zu reden. Noch ein wichtiger Tipp: Packe je nach geplanter Streckenlänge immer ein bis zwei Ersatz-Schläuche sowie zwei Reifenheber in die Satteltasche und klemme eine Luftpumpe an den Rahmen. Die angebotenen Kurse führen zumeist über wenig befahrene Strecken, auf denen häufiger scharfkantiger Rollsplitt liegt. Mit Plattfüßen ist also gelegentlich zu rechnen.


Georg Rittel, RG Wedel, 2002